Solitär-Varianten im großen Vergleich
Methodik
Jede Variante wurde 50-mal mit unterschiedlichen Deals gespielt. Wir erfassten Lösungsrate, mittlere Spielzeit und subjektive Schwierigkeit (1 = sehr leicht, 5 = sehr schwer). Beide Redakteure spielten kreuz und quer, um persönliche Stärken auszugleichen.
Übersichtstabelle
| Variante | Schwierigkeit | Lösbarkeit | Spielzeit (Ø) | Karten |
|---|---|---|---|---|
| Klondike 1-Karte | ★★ | ~82 % | 6 min | 52 |
| Klondike 3-Karten | ★★★ | ~33 % | 8 min | 52 |
| Spider 1 Farbe | ★ | ~99 % | 5 min | 104 |
| Spider 2 Farben | ★★★ | ~50 % | 9 min | 104 |
| Spider 4 Farben | ★★★★ | ~30 % | 11 min | 104 |
| FreeCell | ★★ | >99,99 % | 5 min | 52 |
| Pyramide | ★★ | ~55 % | 4 min | 52 |
| TriPeaks | ★★ | ~70 % | 3 min | 52 |
| Yukon | ★★★ | ~70 % | 10 min | 52 |
| Scorpion | ★★★★ | ~15 % | 12 min | 52 |
| Forty Thieves | ★★★★★ | ~10 % | 18 min | 104 |
| Golf | ★★ | ~50 % | 3 min | 52 |
Klondike — der Klassiker
Der absolute Standard. Wenn jemand ‹Solitär› sagt, meint er meist Klondike. Wir empfehlen die 1-Karten-Variante für Einsteiger, die 3-Karten für Geübte.
Spider — die populärste Microsoft-Alternative
Auf zwei Decks (104 Karten) und ohne Foundation gespielt. Du baust die Sequenzen direkt im Tableau. Spider hat drei Schwierigkeitsstufen (1, 2, 4 Farben).
FreeCell — die leichteste
FreeCell ist mathematisch die einfachste Variante: über 99,99 % aller Deals sind lösbar. Das macht sie ideal für Anfänger, die Frust vermeiden wollen.
Pyramide, TriPeaks, Golf — die Schnellen
Wenn du wenig Zeit hast: Pyramide (Paare summe 13), TriPeaks (±1 zur offenen Karte), Golf (±1 aufsteigend/absteigend). Alle drei sind in 3–5 Minuten zu spielen.
Yukon — Klondike ohne Glück
Yukon hat keinen Stock — alle Karten sind sichtbar. Damit wird das Spiel zu reiner Strategie ohne Glücksanteil.
Scorpion und Forty Thieves — die Königsdisziplinen
Für Profis: Scorpion (Lösbarkeit ~15 %) und Forty Thieves (~10 %) sind mathematisch die härtesten Standard-Varianten.
Fazit & Empfehlung
- Du bist neu? → FreeCell oder Klondike 1-Karte.
- Du suchst Klassik? → Klondike 3-Karten (Microsoft-Standard).
- Du willst schnelle Runden? → TriPeaks oder Golf.
- Du suchst Herausforderung? → Forty Thieves.
- Du magst Strategie pur? → Yukon.
Detaillierte Variantenporträts
Klondike-Solitär — der Klassiker
Was die meisten Menschen mit "Solitär" verbinden, ist eigentlich Klondike. Der Name stammt vom Klondike-Goldrausch (Yukon, Kanada, 1896–1899). Microsoft brachte das Spiel 1990 mit Windows 3.0 in die ganze Welt — programmiert von Wes Cherry, einem unbezahlten Praktikanten. Es war ursprünglich gedacht als spielerische Übung für die damals neue Computer-Maus.
Spielmechanik: 52 Karten, 7 Spalten im Tableau, 1 Stock + Talon, 4 Foundations. Tableau-Sequenzen absteigend mit abwechselnden Farben. Foundations aufsteigend pro Farbe ab Ass. Standard-Konfiguration: 3-Karten-Zug, unbegrenztes Stock-Recycling. Empfohlen für: alle, die ein traditionelles Solitär-Erlebnis suchen.
Spider Solitär — die populärste Microsoft-Alternative
Spider Solitär war ab Windows ME (2000) und Windows XP (2001) ebenfalls Standard-Bestandteil. Das Spiel nutzt zwei Decks (104 Karten) auf 10 Spalten. Ziel: 8 absteigende Sequenzen vom König bis zum Ass in gleicher Farbe bilden — diese werden automatisch entfernt. Der Stock liefert fünfmal je 10 Karten (eine pro Spalte).
Drei Schwierigkeitsstufen: 1 Farbe (nur Pik), 2 Farben (Pik + Herz), 4 Farben (alle). Die 4-Farben-Variante ist eine der schwersten Solitär-Varianten überhaupt. Empfohlen für: Microsoft-Fans, Strategie-Liebhaber, alle, die lange Spielsessions mögen.
FreeCell — die mathematisch leichteste
FreeCell wurde 1978 von Paul Alfille für das PLATO-Computersystem entwickelt — als algorithmisch fast immer lösbare Solitär-Variante. Microsoft brachte es 1995 mit Windows 95 als Bonusspiel auf jeden Heimcomputer. Charakteristisch: alle 52 Karten von Anfang an aufgedeckt, 4 freie Zellen zum Zwischenlagern.
Lösbarkeitsrate über 99,99 % — von den ersten eine Million Microsoft-Deals ist nur Deal #11982 nachweislich unlösbar. Das macht FreeCell zur "ehrlichen" Variante: Niederlagen sind fast immer eigene Spielfehler, nicht Pech. Empfohlen für: Strategie-Liebhaber, alle, die Glücksanteil minimieren wollen.
Pyramide — die schnelle Mathematik-Variante
Pyramide nutzt 52 Karten in einer Pyramide aus 7 Reihen (28 Karten). Ziel: Paare bilden, die zusammen den Wert 13 ergeben. Ass=1, Bube=11, Dame=12, König=13 (allein abgelegt). Eine Karte ist nur frei, wenn keine andere darüber liegt.
Schnelle Runden (3–5 Minuten), niedriger strategischer Anspruch. Empfohlen für: Casual-Spieler, kurze Pausen.
TriPeaks — drei kleine Pyramiden
TriPeaks ist eine moderne Variante, populär durch mobile Apps. 28 Karten in drei Mini-Pyramiden, plus 24 Stock-Karten. Du räumst Karten ab, deren Wert ±1 zur Talon-Karte ist (Ass wraps zu König und Zwei). Lange Ketten geben Bonus-Punkte.
Sehr schnelle Runden (oft unter 3 Minuten), suchtgefährdend durch Streak-Belohnung. Empfohlen für: Mobile-Spieler, Casual, alle die "noch eine Partie"-Effekt mögen.
Yukon — Klondike ohne Glück
Yukon hat keinen Stock. Alle 52 Karten liegen direkt im Tableau verteilt (Spalten 0–6 mit jeweils 1, 6, 7, 8, 9, 10, 11 Karten — verdeckt unten, offen oben). Du darfst beliebige Karten (nicht nur ganze Sequenzen) verschieben, solange Zielkarte rot/schwarz und +1 ist.
Das Fehlen des Stocks macht Yukon zu reinem Strategie-Spiel — kein Glücksanteil, du hast alle Information. Lösungsrate ca. 70 %. Empfohlen für: Strategie-Profis, Schach-Spieler-Mentalität.
Scorpion — die Stachel-Variante
Scorpion verwendet 49 Karten im Tableau (7 Spalten × 7 Karten — die ersten 3 Spalten teils verdeckt) und einen Mini-Stock von 3 Karten. Du baust absteigende Sequenzen direkt im Tableau in gleicher Farbe — keine Foundations. Ziel: 4 komplette K-bis-A-Sequenzen pro Farbe.
Sehr schwer (~15 % Lösbarkeitsrate). Empfohlen für: erfahrene Spieler, die nach Klondike eine Steigerung suchen.
Forty Thieves — die Königsdisziplin
Forty Thieves nutzt zwei vollständige Decks (104 Karten) auf 10 Spalten mit je 4 Karten — alle aufgedeckt. Acht Foundations (zwei pro Farbe) müssen vom Ass zum König gefüllt werden. Tableau-Stack: absteigend, GLEICHE Farbe. Nur einzelne Karten verschiebbar, keine Sequenz-Blöcke.
Eine der schwersten Solitär-Varianten überhaupt (~10 % Lösbarkeitsrate). Empfohlen für: Profis, die nach maximaler Herausforderung suchen.
Golf — die 3-Minuten-Variante
Golf nutzt 35 Karten im Tableau (7 Spalten × 5) plus 16 Stock-Karten. Eine Karte ist als Foundation offen. Lege ±1-Karten auf die Foundation ab (Ass niedrig, König hoch, kein Wrap). Sehr schnell — 2–4 Minuten pro Runde.
Empfohlen für: Mini-Pausen, Stress-Abbau, Casual.
Crescent — der Halbmond
Crescent verwendet zwei Decks (104 Karten) in 16 Stapeln zu je 6 Karten, halbkreisförmig um 8 Foundations angeordnet. Vier Foundations starten vom Ass aufwärts, vier vom König abwärts. Eine selten gespielte Variante mit besonderem Aufbau.
Empfohlen für: Sammler, Patience-Historiker, alle, die etwas Ungewöhnliches suchen.
Die Wahl der richtigen Variante
Welche Variante zu dir passt, hängt von vier Faktoren ab:
- Wie viel Zeit hast du? 3 Minuten → Golf/TriPeaks. 5–10 Minuten → Klondike/FreeCell. 15+ Minuten → Spider/Forty Thieves.
- Magst du Glücks- oder Strategieanteil? Glück → Klondike. Strategie → Yukon/FreeCell.
- Wie frustrationstolerant bist du? Hoch → Forty Thieves/Scorpion. Niedrig → FreeCell/Pyramide.
- Bist du Anfänger oder Profi? Anfänger → FreeCell/Klondike 1-Karte. Profi → Spider 4 Farben/Forty Thieves.
Solitär-Varianten im Trend
Die Beliebtheit der Varianten verschiebt sich mit der Zeit. Klondike war in den 90ern absolut dominant. Mit dem Aufstieg der Smartphone-Spiele in den 2010ern wurde TriPeaks und Pyramide deutlich populärer — kurze Runden passen besser zu mobilem Spielen. FreeCell hatte zwischen 2000 und 2010 einen kleinen Boom, weil Math-Liebhaber die garantierte Lösbarkeit schätzten.
Aktuelle Suchanfragen in Deutschland (Stand 2026):
- "Solitär" — 777.000 monatliche Suchen
- "Spider Solitär" — 42.000
- "FreeCell" — 37.000
- "Mahjong" — >20.000 (Mahjong Solitaire, nicht klassisch)
- "Pyramide Solitär" — <3.000
- "Yukon Solitär" — <1.000
Klondike bleibt unangefochten Marktführer. Die anderen Varianten sind Nischen — aber genau das macht sie interessant für Spieler, die etwas Neues suchen.
Geschichtliche Bedeutung der Varianten
Patience-Spiele sind ab Ende des 18. Jahrhunderts in Deutschland und Skandinavien dokumentiert. Die einzelnen Varianten entstanden in unterschiedlichen Epochen:
- Klondike: Ende 19. Jahrhundert, benannt nach kanadischer Goldgräber-Region.
- Spider: Wahrscheinlich 19. Jahrhundert, schriftliche Erwähnung 1949.
- FreeCell: 1978 von Paul Alfille programmiert (PLATO-System).
- Pyramide: Mittelalterliche Wurzeln in europäischen Karten-Patience-Spielen.
- Yukon: 20. Jahrhundert, benannt nach derselben Region wie Klondike.
- Forty Thieves: 19. Jahrhundert, beliebt in englischen Salons.
- TriPeaks: 1989 von Robert Hogue für Microsoft Entertainment Pack entwickelt.
Mehr dazu in unserer Geschichte des Solitär.
Solitär-Varianten als Lernkurve
Wir empfehlen folgende Reihenfolge für Spieler, die alle Varianten meistern wollen:
- Klondike 1-Karte (Grundlagen lernen, ~30 Partien)
- FreeCell (Strategie ohne Glück lernen, ~30 Partien)
- Klondike 3-Karten (Härter, gleiche Mechanik, ~30 Partien)
- Spider 1 Farbe (Spider-Regeln lernen, ~20 Partien)
- Spider 2 Farben (Standard, ~30 Partien)
- Yukon (reine Strategie, ~20 Partien)
- TriPeaks und Pyramide (Abwechslung, ~20 Partien jeweils)
- Spider 4 Farben (echte Herausforderung, ~30 Partien)
- Forty Thieves und Scorpion (Profi-Liga, beliebig)
Nach dieser Reihenfolge beherrschst du das Solitär-Universum.
Häufige Fragen zu Varianten
Welche Solitär-Variante macht am meisten Spaß?
Subjektiv — aber FreeCell und Klondike sind die zwei meistgespielten. Beide aus gutem Grund: ausgewogenes Verhältnis von Strategie und Tempo.
Welche Variante ist gut für Senioren?
FreeCell mit XL-Karten (siehe XL-Solitär). Hohe Lösbarkeit, klare Regeln, kein Zeitdruck.
Gibt es Solitär-Varianten für mehrere Spieler?
Klassisches Patience ist Solo, aber "Wettkampf-Patience" mit identischem Deal und getrennten Decks ist möglich. Online sind Bestzeit-Vergleiche der gängige Wettbewerb.
Was ist die selten gespielte Variante?
Crescent. Wer Crescent meistert, hat den Bonus-Punkt unter Patience-Liebhabern.
Schluss-Empfehlung
Probier alle Varianten mindestens einmal aus — das ist die einzige Möglichkeit, die für dich passende zu finden. Jede hat eigene Reize, eigene Mechaniken, eigene Schwierigkeitsprofile. Mit 17 spielbaren Varianten in unserem Portal hast du eine vollständige Patience-Bibliothek vor dir. Spiel los, vergleich selbst — und finde deine Lieblings-Variante.
Spielzeit-Tabelle: wie lange dauert was?
| Variante | Spielzeit min. | Spielzeit max. | Durchschnitt |
|---|---|---|---|
| Golf Solitär | 1 min | 4 min | 2,5 min |
| TriPeaks | 2 min | 5 min | 3 min |
| Pyramide | 2 min | 6 min | 4 min |
| Klondike 1-Karte | 3 min | 10 min | 6 min |
| FreeCell | 3 min | 12 min | 5 min |
| Klondike 3-Karten | 5 min | 15 min | 8 min |
| Spider 1 Farbe | 4 min | 10 min | 5 min |
| Spider 2 Farben | 5 min | 15 min | 9 min |
| Spider 4 Farben | 8 min | 20 min | 11 min |
| Yukon | 5 min | 20 min | 10 min |
| Scorpion | 8 min | 20 min | 12 min |
| Forty Thieves | 10 min | 30 min | 18 min |
| Crescent | 10 min | 25 min | 15 min |
Punkte-Systeme der Varianten
Manche Varianten haben eigene Punkte-Logik:
- Klondike (Microsoft): Punkte für jede Karte auf der Foundation, Bonus für Spielzeit, Strafen für unnötige Züge.
- TriPeaks: Streak-Bonus — je länger eine ungeklickte Karten-Kette, desto mehr Punkte.
- Pyramide: Punkte pro entferntes Paar, Bonus für vollständige Pyramide.
- FreeCell: Klassisch kein Punktesystem — Bestzeit als einzige Metrik.
- Spider: Punkte für entfernte Sequenzen, Bonus für niedrige Stock-Klick-Zahl.
- Forty Thieves: Klassisch kein Punktesystem — Sieg/Niederlage zählt.
Mobile vs. Desktop: welche Varianten passen besser?
Auf dem Smartphone sind Varianten mit weniger Spalten besser geeignet:
- Top für Mobile: Pyramide (7 Reihen), TriPeaks (3 kleine Peaks), Golf (7 Spalten), Klondike (7 Spalten).
- Mittel für Mobile: FreeCell (8 Spalten), Yukon (7 Spalten).
- Schwierig für Mobile: Spider (10 Spalten), Forty Thieves (10 Spalten), Crescent (16 Stapel).
Unsere Mobile-Versionen skalieren alle Karten dynamisch, aber bei 10+ Spalten werden die Karten zwangsläufig klein. Empfehlung: bei 10-Spalten-Varianten Querformat verwenden oder am Desktop spielen.
Solitär-Varianten und Kognitive Effekte
Verschiedene Varianten trainieren unterschiedliche kognitive Fähigkeiten:
- Klondike: kombiniertes Gedächtnis (Stock-Reihenfolge) + Planung.
- FreeCell: Logik + Vorausschau (alle Karten sichtbar).
- Spider: Mustererkennung + Sequenz-Planung.
- Pyramide: Schnellrechnen (13 = x + y).
- TriPeaks: Reaktionsfähigkeit + Mustererkennung.
- Yukon: reines Schach-ähnliches Strategiedenken.
Wer alle Varianten regelmäßig spielt, trainiert ein breites Spektrum mentaler Fähigkeiten.
Detaillierte Kennzahlen jeder Variante
Klondike 1-Karte: die ehrlichste Einstiegsvariante
Klondike im 1-Karten-Modus ist die Variante, die wir Anfängern empfehlen, weil sie das beste Verhältnis von Lernkurve und Belohnung bietet. Statistik: 82 % der Deals sind theoretisch lösbar, durchschnittliche Anfänger-Gewinnrate liegt bei 30 bis 40 Prozent. Wer 100 Partien spielt und systematisch die wichtigsten Strategien anwendet, erreicht typischerweise 60 bis 70 Prozent Gewinnrate nach ein bis zwei Wochen. Die Spielzeit pro Partie liegt im Durchschnitt bei sechs Minuten, was Klondike zum idealen Pausenspiel macht.
FreeCell: die mathematisch eleganteste
FreeCell ist die Variante mit der höchsten mathematischen Eleganz. Von den ersten eine Million von Microsoft nummerierten Deals ist nur Deal Nummer elftausendneunhundertzweiundachtzig nachweislich unlösbar. Diese fast hundertprozentige Lösbarkeit bedeutet, dass jede Niederlage bei FreeCell ein eigener Spielfehler ist, nicht Pech. Das ist sowohl Segen als auch Fluch: Wer FreeCell verliert, kann sich nicht herausreden. Profis nutzen FreeCell als reines Strategie-Training.
Spider 2 Farben: das ausgewogenste Spider
Die 2-Farben-Variante von Spider ist das, was die meisten Online-Portale (inklusive RTL-Spiele in Deutschland) als Standard anbieten. Lösbarkeitsrate etwa fünfzig Prozent, durchschnittliche Spielzeit neun Minuten. Spider 2 Farben verlangt aktives Strategie-Denken und ist deutlich anspruchsvoller als Klondike. Wer regelmäßig 2-Farben-Spider gewinnt, gilt unter Patience-Spielern als fortgeschritten.
Yukon: das Schach unter den Solitär-Varianten
Yukon ist die einzige große Solitär-Variante ohne Glücksanteil. Alle Karten sind von Beginn an sichtbar — es gibt keinen verdeckten Stock, keine zufälligen Aufdeckungen. Damit reduziert sich Yukon auf reines Strategie- und Planungsspiel. Profis vergleichen Yukon gern mit Schach: Geduld, Vorausschau, Mustererkennung sind alles. Lösbarkeitsrate liegt bei etwa siebzig Prozent, durchschnittliche Spielzeit zehn Minuten.
Solitär-Varianten und Suchtprävention
Solitär ist eines der weniger problematischen Spiele in Sachen Suchtgefahr. Es hat keine Geld-Einsätze, keine Sozial-Komponente, kein "Endless"-Belohnungssystem. Eine Partie dauert wenige Minuten und endet klar — entweder gewonnen oder verloren. Trotzdem berichten manche Spieler von "noch einer Partie"-Spiralen, in denen sie mehr Zeit als gewünscht in Solitär verbringen.
Empfehlung von Spiel-Forschenden: bewusste Zeitgrenzen setzen (zum Beispiel maximal dreißig Minuten pro Tag), nach jeder fünften Partie eine Pause einlegen, und unterschiedliche Varianten spielen, um nicht in eine spezifische Sucht-Spirale zu fallen. Solitär-Varianten mit klarem Spielende (wie Pyramide, Golf, TriPeaks) sind weniger süchtig-machend als endlos verlängerbare Varianten.
Schluss-Empfehlung nach Spieler-Typ
Wenn du noch unsicher bist, welche Variante du wählen sollst, hier eine pragmatische Empfehlung nach Spielertyp:
- Der Geduldige: Klondike 1-Karte oder FreeCell. Beide Varianten belohnen ruhiges, methodisches Spielen.
- Der Schnelle: TriPeaks oder Golf. Drei-Minuten-Partien für Pausen zwischen Meetings.
- Der Strategie-Fan: Yukon oder FreeCell. Reines Logik-Denken ohne Glücksanteil.
- Der Herausforderungs-Sucher: Spider 4 Farben oder Forty Thieves. Maximale Schwierigkeit, niedrige Lösungsraten.
- Der Nostalgiker: Klondike 3-Karten im XP-Look. Wie damals bei Windows.
- Der Mathematiker: FreeCell. Garantierte Lösbarkeit, pure Algorithmik.
- Der Casual: Pyramide oder TriPeaks. Spaß ohne Anstrengung.
- Der Senior: Klondike 1-Karte mit XL-Karten. Klare Regeln, gute Lesbarkeit, hohe Lösbarkeit.
Solitär-Varianten Schritt für Schritt verstehen
Wer das Solitär-Universum betritt, sieht zunächst nur ein chaotisches Durcheinander von Varianten mit verwirrenden Namen — Klondike, Spider, FreeCell, Yukon, TriPeaks, Pyramide, Forty Thieves, Scorpion, Crescent, Bakers Game, Eight Off, Spiderette. Wie behält man da den Überblick? Wir empfehlen eine schrittweise Annäherung.
Beginne mit der Familie. Klondike, Spider und FreeCell sind die "großen Drei" — sie machen über neunzig Prozent aller gespielten Solitär-Partien weltweit aus. Wenn du diese drei beherrschst, hast du einen soliden Grundstock. Alle anderen Varianten sind Spezialfälle oder Verwandte dieser drei.
Klondike ist die Basis. Sieben Spalten, ein Stock, vier Foundations, absteigend mit abwechselnden Farben. Wer Klondike kennt, kennt das Grundkonzept aller Solitär-Varianten: Karten von einem chaotischen Ausgangszustand in eine geordnete Foundation bringen. Wenn du irgendwo in der Solitär-Welt verloren wirst, hilft die Klondike-Logik weiter.
Spider ist die Big-Brother-Variante. Zwei Decks, zehn Spalten, kein klassisches Foundation-System — stattdessen werden komplette Sequenzen entfernt. Spider belohnt Geduld und systematisches Sequenz-Aufbauen. Wenn dir Klondike zu kurz oder zu glücksabhängig wird, ist Spider der nächste Schritt.
FreeCell ist die Logik-Variante. Alle Karten von Anfang an sichtbar, vier freie Zellen als Zwischenlager, fast immer lösbar. FreeCell verlangt reine Strategie und Vorausschau — kein Glücksanteil. Wenn du Schach oder Sudoku magst, wirst du FreeCell lieben.
Die anderen Varianten — Pyramide, TriPeaks, Yukon, Forty Thieves, Scorpion, Crescent — sind alle interessant, aber Spezialitäten. Probier sie aus, wenn du in den großen Drei sicher bist. Manche werden zu Lieblings-Nebenrouten, andere bleiben Exoten.
Schlussgedanke: Solitär ist eine Familie
Solitär ist nicht ein Spiel, sondern eine ganze Familie von Spielen. Über hundertfünfzig dokumentierte Varianten existieren, von denen wir in diesem Portal die siebzehn wichtigsten anbieten. Jede dieser Varianten hat eigene Reize, eigene Schwierigkeitsprofile, eigene Spielzeiten und Spielgefühle. Wer nur Klondike spielt und alle anderen Varianten ignoriert, verpasst neunzig Prozent der Solitär-Welt — und damit auch neunzig Prozent der möglichen Lernerfahrungen, Strategie-Übungen und Spielfreude. Probier alle Varianten aus, finde deine Favoriten, und genieße die Vielfalt eines Spiels, das über zweihundert Jahre alt ist und doch frisch bleibt. Jede Variante öffnet eine neue Tür, jede gespielte Partie schärft dein strategisches Verständnis, und mit der Zeit entwickelst du ein feines Gespür dafür, welche Variante zu welcher Stimmung passt — schnell oder bedächtig, leicht oder herausfordernd, entspannt oder konzentriert.
Bereit für Vielfalt? Schau in unsere Solitär-Varianten-Übersicht und wähle aus.
Häufige Fragen
Welche Solitär-Variante ist am einfachsten?
FreeCell — über 99,99 % der Deals sind lösbar.
Welche Variante ist die schwierigste?
Forty Thieves — nur etwa 10 % der Deals sind überhaupt lösbar.
Wie viele Solitär-Varianten gibt es weltweit?
Über 150 sind dokumentiert. Wir bieten 17 spielbare Varianten.