Patience vs. Solitär — der Unterschied
Patience — der Oberbegriff
‹Patience› stammt aus dem Französischen (‹Geduld›) und war ab dem 18. Jahrhundert der gebräuchliche Name für jedes Kartenspiel, das man alleine spielt. Über 150 Patience-Varianten sind dokumentiert.
Solitär (Solitaire)
‹Solitaire› ist die englische Variante des Wortes und wurde im 19. Jahrhundert für alle Patience-Spiele genutzt. Im modernen Sprachgebrauch — und vor allem seit Microsoft Windows 1990 — meint ‹Solitär› meist konkret die Variante Klondike.
Klondike
Klondike ist die konkrete Variante, die in Microsoft Windows als ‹Solitaire› enthalten ist. Die meistgespielte Patience-Variante der Welt.
In Deutschland heute
Auf Suchmaschinen suchen pro Monat:
- ‹Solitär› — 777.000 Suchanfragen
- ‹Solitaire› — ca. 100.000
- ‹Patience› — <5.000
- ‹Klondike› — <2.000
Heißt: Wenn du heute ‹Patience› sagst, klingst du fortgeschritten. Wer ‹Solitär› sagt, meint praktisch immer Klondike.
Andere Patience-Varianten
Solitär ist nur eine von vielen Patience-Varianten. Andere bekannte:
Fazit
Patience = Oberbegriff. Solitär = im Alltag meist Klondike. Wer es ganz genau nimmt, sagt "Klondike-Solitär".
Wo kommen die Begriffe her?
Patience — der französische Ursprung
Das Wort "Patience" stammt aus dem Französischen und bedeutet wörtlich "Geduld". Es wurde im 18. Jahrhundert für Karten-Solo-Spiele etabliert, weil diese Spiele eben Geduld erfordern — keine Hektik, kein Wettkampf, kein Gegner, sondern systematisches Lösen einer Karten-Konfiguration. Die Bezeichnung verbreitete sich von Frankreich aus über Skandinavien (wo "Kabal" als Synonym etabliert wurde) und Deutschland (wo "Patience" oder "Geduldspiel" parallel verwendet wurde).
Solitär — die international populäre Variante
Das Wort "Solitär" (im Englischen "Solitaire") stammt ebenfalls vom französischen "solitaire" ab — was "einsam" oder "alleinstehend" bedeutet. Im englischsprachigen Raum verbreitete sich "Solitaire" als Bezeichnung für Patience-Spiele und wurde zur dominanten Bezeichnung. Mit dem globalen Einfluss der englischen Sprache — und besonders durch Microsoft Windows ab 1990 — wurde "Solitaire" / "Solitär" zum dominanten Begriff weltweit.
Klondike — der Goldrausch-Name
"Klondike" ist der konkreteste der drei Begriffe. Er bezeichnet eine spezifische Patience-Variante mit sieben Tableau-Spalten, Stock und Talon, vier Foundations. Der Name stammt vom Klondike-Fluss im Yukon-Territorium (Kanada), wo zwischen 1896 und 1899 der berühmte Goldrausch stattfand. Goldsucher in der kanadischen Wildnis sollen diese Patience-Variante zur Unterhaltung gespielt haben — und damit wurde sie nach der Region benannt.
Wie hat sich die Begriffsnutzung verändert?
Im 19. Jahrhundert war "Patience" der dominante Begriff in deutschsprachigen Salons. Im frühen 20. Jahrhundert begann "Solitär" sich zu verbreiten, vor allem durch Übersetzungen englischer Patience-Bücher. Mit der Microsoft-Solitaire-Welle der 1990er Jahre wurde "Solitär" zum dominanten Begriff in Deutschland — und "Patience" entwickelte sich zum altmodischen, etwas exklusiven Begriff für Kenner.
Heute (2026) sieht die Nutzung in deutschen Suchanfragen pro Monat etwa so aus:
| Begriff | Suchen/Monat | Bedeutung im Sprachgebrauch |
|---|---|---|
| Solitär | ~777.000 | Standard-Begriff, meist Klondike gemeint |
| Solitaire | ~100.000 | Englische Variante, oft synonym mit Solitär |
| Patience | ~5.000 | Veraltet, von Kennern verwendet |
| Klondike | ~2.000 | Fachbegriff, primär international |
Patience als Oberbegriff
Wer den Begriff "Patience" verwendet, meint streng genommen die ganze Familie der Solo-Kartenspiele. Es gibt über 150 dokumentierte Patience-Varianten, von denen viele heute selten gespielt werden. Hier eine kleine Auswahl:
- Klondike — die bekannteste Variante (in dieser Anleitung als "Solitär" diskutiert).
- Spider — 2 Decks, 10 Spalten, einfarbige Sequenzen.
- FreeCell — 4 freie Zellen, alle Karten sichtbar.
- Pyramide — Paare zur Summe 13.
- Yukon — wie Klondike, aber ohne Stock.
- Forty Thieves — 2 Decks, sehr schwer.
- Napoleon at St. Helena — Legende um Napoleons Verbannung.
- La Belle Lucie — 17 Stapel zu je 3 Karten.
- Königin Beatrice — alte deutsche Patience-Variante.
- Crescent — Halbmond-förmiges Layout.
Wer "Patience" sagt, kann jede dieser Varianten meinen. Wer "Solitär" sagt, meint praktisch immer Klondike.
Solitär — die spezifische Variante
Im modernen Sprachgebrauch ist "Solitär" eine konkrete Patience-Variante: das, was Microsoft seit 1990 als Standard-Solitaire mit Windows ausliefert. Diese Variante hat folgende Eigenschaften:
- 52 Karten (ein Standard-Deck, ohne Joker).
- 7 Tableau-Spalten, treppenförmig aufgebaut.
- 1 Stock (verdeckter Kartenstapel oben links).
- 1 Talon (offener Kartenstapel neben dem Stock).
- 4 Foundation-Stapel oben rechts (einer pro Farbe).
- Tableau-Stack: absteigend, abwechselnde Farben.
- Foundation-Stack: aufsteigend, gleiche Farbe ab Ass.
- Stock-Klick: 1 oder 3 Karten (Variante).
Wenn jemand sagt "Lass uns Solitär spielen", meint er praktisch immer genau diese Variante.
Klondike — der präzise Begriff
"Klondike" ist die international präzise Bezeichnung für die oben beschriebene Variante. In englischsprachigen Patience-Büchern, in akademischen Studien zu Solitär-Mathematik, in Spiele-Datenbanken — überall, wo Präzision wichtig ist, wird "Klondike" verwendet, nicht "Solitaire".
Warum dann "Solitaire" in Windows? Microsoft entschied sich 1990 für den geläufigeren, breiteren Begriff. "Solitaire" klang vertrauter und einladender als "Klondike". Diese Marketing-Entscheidung prägt bis heute den Sprachgebrauch.
Patience in der deutschen Kulturgeschichte
Patience hat in Deutschland eine eigene Tradition. Schon im 19. Jahrhundert war Patience in bürgerlichen Salons beliebt — als Aktivität für ruhige Nachmittage, vor allem bei Frauen, die in der Häuslichkeit nach intellektueller Beschäftigung suchten. Erste deutsche Patience-Bücher erschienen in den 1880er Jahren, darunter Werke wie "Das deutsche Patience-Buch".
In den 1920er Jahren erschien eine beliebte Reclam-Patience-Reihe — günstige Bändchen, die Patience-Varianten für breite Bevölkerungsschichten zugänglich machten. Während der beiden Weltkriege spielten Soldaten und ihre Frauen Patience als Ablenkung von der schwierigen Zeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Patience ein generationsübergreifendes Kulturgut — bis es Mitte der 1990er Jahre durch Microsoft-Solitär völlig digitalisiert wurde.
Solitär in der englischen Kulturgeschichte
Im englischsprachigen Raum trug das Buch "Illustrated Games of Patience" von Lady Adelaide Cadogan (1875) entscheidend zur Verbreitung bei. Cadogan dokumentierte 25 Patience-Varianten — viele davon werden heute noch gespielt. Sie etablierte erstmals einheitliche Regeln, die zuvor in vielen lokalen Versionen kursierten.
In den USA war Solitaire seit dem späten 19. Jahrhundert beliebt — besonders in der Goldgräber-Zeit und während der Weltkriege. Die Microsoft-Solitaire-Implementierung von 1990 hat das Spiel dann global ikonisch gemacht.
Häufig verwechselte Bezeichnungen
Solitär vs. Solitaire
Identisch — nur unterschiedliche Schreibung. "Solitär" ist die deutsche Form, "Solitaire" die englische/französische. Beide bezeichnen dasselbe Spiel.
Patience vs. Geduldspiel
Patience ist die internationale Bezeichnung. "Geduldspiel" wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert als deutsche Übersetzung verwendet, ist heute aber selten. Manche ältere Patience-Bücher verwenden "Geduldspiel".
Klondike vs. Klondyke
"Klondike" ist die korrekte Schreibung — benannt nach dem Klondike-Fluss. "Klondyke" findet sich gelegentlich als alternative Schreibweise, ist aber selten.
Spider vs. Spider Solitaire
"Spider" allein ist mehrdeutig (kann auch andere Spiele bezeichnen). "Spider Solitaire" oder "Spider Solitär" ist die präzise Bezeichnung für die spezifische Patience-Variante mit zwei Decks und zehn Spalten.
Wie unterscheiden sich die Spielregeln?
"Patience" als Oberbegriff hat keine einheitlichen Regeln — jede Variante hat eigene. Hier eine Übersicht:
| Variante | Decks | Spalten | Stock? | Tableau-Stack |
|---|---|---|---|---|
| Klondike (Solitär) | 1 | 7 | Ja | Absteigend, abwechselnd |
| Spider | 2 | 10 | Ja (5 Runden) | Absteigend, Farbe egal (Block: einfarbig) |
| FreeCell | 1 | 8 | Nein | Absteigend, abwechselnd |
| Yukon | 1 | 7 | Nein | Absteigend, abwechselnd |
| Pyramide | 1 | 7 Reihen | Ja | Paare summe 13 |
| Forty Thieves | 2 | 10 | Ja | Absteigend, gleichfarbig |
Was sollst du sagen?
Die pragmatische Antwort: sag, was deine Gesprächspartner verstehen.
- Mit Familie und Freunden: "Solitär". Jeder weiß, was gemeint ist.
- Bei Suchanfragen: "Solitär" — über 90 Prozent der Suchenden verwenden diesen Begriff.
- In Patience-Communities oder Spiele-Foren: "Klondike". Präzise und international verständlich.
- Mit älteren Spielerinnen: "Patience". Klingt vertraut und elegant.
- In wissenschaftlichen Kontexten: "Klondike Solitaire". Eindeutig.
Schluss: Spiel los, egal wie du es nennst
Letztlich ist die Begriffsfrage akademisch. Wenn du am Tisch sitzt oder vor deinem Bildschirm und ein Solo-Kartenspiel spielst, ist es egal, ob du es Patience, Solitär oder Klondike nennst. Wichtig ist nur, dass du Freude am Spiel hast.
Patience-Familie: ein historischer Stammbaum
Die Patience-Familie hat einen verzweigten Stammbaum, der über zweihundert Jahre zurückreicht. Hier eine grobe Genealogie:
- 18. Jahrhundert (1788+): Erste dokumentierte Patiencen in Deutschland und Frankreich. Einfache Solo-Karten-Übungen.
- 19. Jahrhundert: Patience verbreitet sich in europäischen Salons. Lady Cadogans Werk 1875 dokumentiert 25 Varianten.
- Späte 19. Jahrhundert: Klondike entsteht im kanadischen Goldrausch und gelangt mit Goldsuchern in die USA.
- Frühe 20. Jahrhundert: Patience erreicht globale Verbreitung. Englische und amerikanische Patience-Bücher dokumentieren über hundert Varianten.
- 1978: FreeCell wird von Paul Alfille für das PLATO-Computersystem programmiert — der erste digitale Patience-Klassiker.
- 1990: Microsoft bringt Klondike mit Windows 3.0 als "Solitaire" — das Spiel wird global.
- 1990er bis 2000er: Spider Solitaire, FreeCell und TriPeaks erreichen mit weiteren Windows-Versionen Massenpublikum.
- 2010er: Mobile Apps machen Patience auf Smartphones populär.
- 2020er: Browser-Patience erlebt zweite Blüte, ergänzt durch KI-Solver und Online-Bestzeit-Tracking.
Patience in verschiedenen Sprachen
Patience ist ein internationales Phänomen. Hier die Bezeichnungen in verschiedenen Sprachen:
| Sprache | Begriff |
|---|---|
| Deutsch | Solitär, Patience |
| Englisch (US) | Solitaire |
| Englisch (UK) | Patience |
| Französisch | Patience, Réussite |
| Italienisch | Solitario |
| Spanisch | Solitario |
| Polnisch | Pasjans |
| Russisch | Пасьянс (Pasjans) |
| Schwedisch | Kabal |
| Niederländisch | Patience |
| Japanisch | ソリティア (Soritia) |
Patience als kulturelles Phänomen
Patience hat sich von einer adeligen Salon-Beschäftigung des 19. Jahrhunderts zu einem digitalen Massenphänomen des 21. Jahrhunderts entwickelt. In der Bürokultur der 1990er Jahre wurde Microsoft-Solitaire zur Symbol-App für Prokrastination am Arbeitsplatz. Heute ist Solitär Teil der Alltagskultur — ohne die kulturelle Aufladung als "Faulenzer-Spiel".
Spielende kommen aus allen Generationen und Bildungsschichten. Studenten spielen zwischen Vorlesungen. Manager zwischen Meetings. Senioren als geistiges Training. Eltern als kurze Pause zwischen Familienpflichten. Diese Universalität ist eine besondere Eigenschaft von Patience — es ist ein Spiel ohne Klassen-Schranken.
Pragmatischer Begriffsgebrauch heute
In der Praxis verwendet man in Deutschland diese Begriffe so:
- Solitär: der Standard-Begriff. Wird in 95 Prozent der Kommunikationen verwendet.
- Patience: historisch, selten, klingt etwas gehoben oder altmodisch.
- Klondike: Fachbegriff für die spezifische Variante. Nur in Patience-Communities verwendet.
- Geduldspiel: sehr selten, historisch, fast verschwunden.
Solitär-Verwandte in Deutschland
In Deutschland gibt es einige Spiele, die eng mit Patience verwandt sind:
- Skat: kein Patience, sondern ein 3-Personen-Kartenspiel — aber kulturell oft mit Patience verbunden.
- Doppelkopf: 4-Personen-Trick-Taking — Hauptkartenspiel der deutschen Tradition.
- Mau-Mau: einfaches Karten-Ablege-Spiel, kein Patience aber strukturell ähnlich.
- Memory: kein Karten-, aber Mustererkennungs-Spiel — kulturell oft mit Solitär gepaart.
Diese Spiele konkurrieren nicht mit Patience, sondern ergänzen es — verschiedene Spielmechanik-Familien für verschiedene Gelegenheiten.
Häufige Fragen zum Begriffs-Wirrwarr
Sind Solitär und Solitaire dasselbe Spiel?
Ja, identisch. Nur unterschiedliche Schreibung — deutsch vs. englisch. Beide bezeichnen meistens Klondike.
Was ist der Unterschied zwischen Solitär und Patience?
Solitär ist (im modernen Sprachgebrauch) eine konkrete Variante, meistens Klondike. Patience ist der Oberbegriff für alle Solo-Karten-Spiele, inklusive Solitär.
Warum gibt es so viele Namen?
Historische Entwicklung. Patience entstand im 18. Jahrhundert in Frankreich. Klondike im 19. Jahrhundert in Kanada. Solitaire wurde durch Microsoft 1990 global. Jeder Begriff trägt seine eigene Geschichte.
Welchen Begriff soll ich verwenden?
"Solitär" für den Alltag. "Patience" wenn du etwas gehoben klingen willst. "Klondike" wenn du präzise sein willst.
Gibt es auch andere wichtige Solo-Karten-Spiele?
Ja, viele. Spider, FreeCell, Yukon, Pyramide, TriPeaks, Forty Thieves, Scorpion, Crescent, und über hundert weitere. Sie alle gehören zur Patience-Familie.
Solitär in der digitalen Welt
Microsoft-Solitaire seit 1990 hat die Begriffsnutzung weltweit verändert. Vor Microsoft war "Patience" der dominante Begriff in Europa. Nach Microsoft setzte sich "Solitaire" global durch — selbst in Sprachen, die zuvor andere Begriffe verwendeten. Diese Einheitlichkeit hat Vor- und Nachteile: einerseits klare Kommunikation weltweit, andererseits Verlust der sprachlichen Vielfalt.
Häufige sprachliche Verwechslungen
"Patience legen" oder "Patience spielen"?
Beides ist gebräuchlich, aber "Patience legen" ist traditioneller und betont das ruhige, fast meditative Aspekt. "Patience spielen" ist moderner und betont den Spiel-Charakter.
"Eine Patience" oder "ein Patience"?
Beide Geschlechter sind in der Literatur belegt. "Die Patience" ist im Deutschen häufiger, vor allem traditionell. "Das Patience" findet sich in manchen modernen Texten — gilt aber als weniger korrekt.
"Solitär-Karten" oder "Patience-Karten"?
"Patience-Karten" sind traditionell kleinere Spielkarten, speziell für Solo-Patience hergestellt. "Solitär-Karten" ist die moderne Bezeichnung — oder einfach Standard-Spielkarten, die für Solitär verwendet werden.
"Pasjans"?
Der polnische Begriff für Patience. Findet sich gelegentlich in deutschen Texten — meist von Spielenden mit polnischem Hintergrund oder in Übersetzungen.
Verwandte Solo-Karten-Spiele weltweit
Die Patience-Familie hat Verwandte in vielen Kulturen. In Japan ist "Solitaire" gleichermaßen populär, oft mit traditionellen japanischen Kartenspiel-Designs. In China gibt es eigene Solo-Karten-Spiele, die kulturell von der Mahjong-Tradition geprägt sind. In Lateinamerika hat "Solitario" eigene regionale Varianten entwickelt. Diese kulturelle Vielfalt zeigt, wie universell das Bedürfnis nach Solo-Karten-Beschäftigung ist — quer durch Sprachen, Generationen, geografische Regionen und gesellschaftliche Schichten.
Patience-Etymologie im Detail
Das Wort "Patience" hat eine interessante Etymologie. Es leitet sich vom lateinischen "patientia" ab, was "Geduld" oder "Ausdauer" bedeutet. Das verwandte Verb "pati" bedeutet "leiden" oder "ertragen". Patience-Spiele wurden so genannt, weil sie eben Geduld erfordern — methodische, langsame Arbeit ohne unmittelbare Belohnung.
"Solitaire" stammt vom lateinischen "solitarius", was "alleinstehend" oder "einsam" bedeutet. Das Wort betont also nicht die Geduld, sondern den Solo-Charakter des Spiels. Beide Begriffe bezeichnen also unterschiedliche Aspekte derselben Spielmechanik — Patience das prozesshafte, Solitaire das soziale Element.
Solitär heute: ein universelles Spiel
Solitär ist heute eines der meistgespielten Spiele der Welt — über alle Altersgruppen, Bildungsschichten und Kulturen hinweg. Studien schätzen, dass weltweit täglich Hunderte Millionen Solitär-Partien gespielt werden. Diese universelle Beliebtheit hat mehrere Gründe: die kurze Spielzeit passt zu modernen Pausenmustern, die einfachen Regeln senken die Einstiegshürde, die strategische Tiefe ermöglicht stetiges Lernen, und die kostenlose Verfügbarkeit (vor allem im Browser) macht Solitär für jeden zugänglich.
Patience und Bildungsforschung
Einige Bildungsforschende untersuchen Patience als Lernwerkzeug. Patience trainiert Konzentration, Planung, Frustrationstoleranz und systematisches Denken — alles wichtige Fähigkeiten für schulischen Erfolg. Manche Lehrkräfte nutzen Patience als Lern-Aktivität in Pausen, um Kinder vom hektischen Pausenhof in eine ruhige, fokussierte Stimmung zu bringen, bevor die nächste Stunde beginnt.
Patience und Sucht-Fragen
Patience-Spielen ist im Allgemeinen ein harmloser Zeitvertreib. Es gibt keinen Geld-Einsatz, keine sozialen Druck-Komponenten, keine endlosen Belohnungsschleifen wie bei modernen Mobile-Games. Trotzdem: manche Menschen entwickeln eine starke Bindung an Patience und verbringen mehr Zeit damit als gewollt. Empfehlungen für gesundes Patience-Spielen: Zeitgrenzen setzen, Pausen einlegen, Varianten wechseln, nicht aus Frust über Niederlagen weiterspielen.
Solitär für jeden Lebensbereich
Patience passt zu vielen Lebensbereichen: 5 Minuten in der Mittagspause, 10 Minuten zwischen Meetings, 30 Minuten am Abend zum Entspannen, eine ganze Sonntagnachmittags-Session beim Regenwetter. Diese Flexibilität ist eine besondere Eigenschaft — wenige Spiele passen so universell in den Alltag.
Sprachliche Vielfalt der Patience-Familie
Die Patience-Familie hat in verschiedenen Kulturen eigene sprachliche Traditionen. In Frankreich heißen die Spiele "Réussite" — wörtlich "Erfolg" oder "Lösung". In Skandinavien "Kabal", was etwa "Geheimnis" bedeutet. In Russland "Pasjans", abgeleitet vom polnischen Begriff. Diese sprachliche Vielfalt zeigt, wie tief Solo-Karten-Spiele in unterschiedliche Kulturen verwurzelt sind. Jede Sprache hat eigene Konnotationen und kulturelle Schichten, die mit dem jeweiligen Begriff verbunden sind.
Solitär als Sprachlern-Hilfe
Manche Sprachlernende nutzen Solitär als Werkzeug zum Erwerb anderer Sprachen. Wenn du eine Solitär-App auf Französisch, Polnisch oder Japanisch spielst, lernst du nicht nur Spielbegriffe, sondern auch grundlegende Sprachstrukturen. Solitär ist dabei besonders geeignet, weil die Spielregeln einfach sind — der Lerneffekt liegt im Vokabular und in Anweisungen.
Solitär für Anfänger: Welcher Begriff steht für was?
Für absolute Anfänger ist das Begriffs-Wirrwarr verwirrend. Hier eine einfache Auflösung: wenn du in Deutschland "Solitär" hörst oder liest, ist mit fast hundertprozentiger Sicherheit Klondike gemeint. Wenn du auf eine Website wie unsere kommst und "Solitär kostenlos spielen" liest, geht es um Klondike. Wenn du eine Großmutter sagen hörst "Ich lege jeden Abend eine Patience", spielt sie wahrscheinlich auch Klondike — aber sie verwendet den traditionellen Begriff.
Lass dich vom Begriffs-Vielfalt nicht verunsichern. Im Zweifel: Klondike-Solitär ist gemeint. Probier es einfach aus — die Regeln sind in fünf Minuten gelernt.
Wie sich die Solitär-Begriffe weiterentwickeln
Die Begrifflichkeit verändert sich langsam. In den 1990er Jahren war "Solitaire" durch Microsoft so dominant, dass "Patience" fast verschwand. Aktuell sehen wir eine kleine Renaissance von "Patience" — vor allem unter jüngeren Spielenden, die sich vom Microsoft-Mainstream abheben wollen. Plattformen wie unsere verwenden bewusst beide Begriffe, um beiden Gruppen gerecht zu werden.
Patience-Bücher der Klassiker
Wer sich tiefer mit Patience beschäftigen will, sollte die klassischen Werke kennen:
- Lady Adelaide Cadogan: "Illustrated Games of Patience" (1875) — der erste umfassende Patience-Klassiker.
- Hubert Phillips: "Patience" (1934) — Standard-Referenz für englische Patience-Varianten.
- John Beasley: "The Mathematics of Games" (1990) — mathematische Tiefenanalyse von Patience.
- David Parlett: "The Penguin Book of Patience" (1979) — modernes Standardwerk.
Diese Bücher dokumentieren zusammen über 200 Patience-Varianten und sind die Grundlage moderner Patience-Forschung.
Bereit zum Spielen? Wähle jetzt deine bevorzugte Variante: Klassisches Solitär (Klondike), Spider Solitär, FreeCell, Pyramide Solitär oder eine der vielen weiteren Patience-Varianten in unserer kostenlosen Online-Sammlung.
Häufige Fragen
Ist Patience dasselbe wie Solitär?
Patience ist der Oberbegriff für alle Solo-Kartenspiele. Solitär ist im Alltag meist die Variante Klondike.
Warum heißt es 'Patience'?
Aus dem Französischen, ‹Geduld› — das Wort beschreibt die Haupteigenschaft des Spiels.
Was ist Klondike?
Die konkrete Variante, die seit 1990 in Microsoft Windows als 'Solitaire' enthalten ist.