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FreeCell — Regeln & Aufbau

Alles über FreeCell: Aufbau, Regeln, Sonderregeln und warum fast jedes Spiel lösbar ist.

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Geprüft von Spieleredaktion
Redaktionsteam · zuletzt aktualisiert: 2026-05-18

FreeCell — Regeln & Aufbau

Von · Lesezeit ca. 9 min · Aktualisiert am 2026-05-18
Kurzfassung: FreeCell ist eine Solitär-Variante mit 4 freien Zellen und allen 52 Karten von Anfang an aufgedeckt. Ziel: alle Karten auf vier Foundation-Stapel sortieren. Mathematisch sind über 99,99 % aller Deals lösbar.

Aufbau

52 Karten werden auf 8 Spalten verteilt (die ersten vier mit je 7 Karten, die letzten vier mit je 6) — alle aufgedeckt. Oben befinden sich vier freie Zellen (FreeCells) und vier Foundations.

Ziel

Sortiere alle 52 Karten auf die vier Foundations — Ass bis König, pro Farbe.

Regeln

  • Tableau: Karten absteigend, abwechselnde Farben — wie bei Klondike.
  • Foundations: aufsteigend, gleiche Farbe — wie bei Klondike.
  • Freie Zellen: Jede Zelle kann genau eine Karte zwischenlagern. Du kannst sie jederzeit zurückspielen.
  • Leere Spalten: Jede Karte (nicht nur König) darf hinein.
  • Sequenzen: Im klassischen FreeCell darfst du nur eine einzelne Karte pro Zug bewegen. Moderne Varianten erlauben das Verschieben von ‹Super-Moves› — Sequenzen, deren Länge durch (freie Zellen + 1) × (leere Spalten + 1) begrenzt ist.

Sind alle Deals lösbar?

Praktisch ja. Von Microsofts ersten Million Deals ist nur #11982 nachweislich unlösbar. Das macht FreeCell zur einfachsten Solitär-Variante mathematisch — aber Vorsicht: praktisch ist nicht jeder Deal leicht.

Geschichte

FreeCell wurde 1978 von Paul Alfille für PLATO programmiert. Microsoft brachte es 1995 mit Windows 95 weltweit auf jeden Heimcomputer.

Strategie

Siehe FreeCell-Strategie: 8 Profi-Tipps.

Das FreeCell-Spielfeld im Detail

Das FreeCell-Spielfeld besteht aus drei klar abgegrenzten Bereichen. Im oberen linken Bereich befinden sich die vier freien Zellen — die titelgebende Besonderheit dieses Spiels. Im oberen rechten Bereich liegen die vier Foundations, jeweils eine pro Kartenfarbe (Pik, Herz, Karo, Kreuz). Den größten Bereich nimmt das Tableau ein: acht Spalten, in denen die 52 Karten gleichmäßig verteilt sind. Die ersten vier Spalten haben jeweils sieben Karten, die letzten vier Spalten jeweils sechs. Alle Karten sind von Anfang an aufgedeckt — anders als bei Klondike gibt es bei FreeCell keinen Stock und keinen Talon.

Die vier freien Zellen

Die vier freien Zellen sind das einzigartige Merkmal von FreeCell. Jede Zelle kann genau eine einzige Karte zwischenparken. Diese Karten sind später spielbar — du kannst sie wieder ins Tableau einbauen oder auf eine Foundation legen. Ohne diese freien Zellen wäre FreeCell deutlich härter; mit ihnen wird das Spiel zu einem fast immer lösbaren Logik-Puzzle.

Strategie-Tipp: halte mindestens zwei der vier freien Zellen jederzeit frei. Wenn alle vier Zellen belegt sind, schränkt das deine Zug-Möglichkeiten erheblich ein. Profis halten oft drei Zellen frei und nutzen nur eine als Puffer.

Die acht Tableau-Spalten

Die acht Tableau-Spalten sind dein Hauptarbeitsfeld. Hier baust du absteigende Sequenzen mit abwechselnden Farben (rot auf schwarz, schwarz auf rot) — wie bei Klondike. Aber anders als bei Klondike sind alle Karten von Beginn an sichtbar. Das macht FreeCell zu einem reinen Strategie-Spiel ohne Glücksanteil bei der Karten-Aufdeckung.

Eine wichtige Regel: in FreeCell darf jede Karte (nicht nur Könige) in eine leere Tableau-Spalte gelegt werden. Das macht leere Spalten zu wertvollen Puffer-Bereichen — ähnlich wie die freien Zellen, aber mit der Möglichkeit, ganze Sequenzen abzulegen.

Die Supermove-Regel

FreeCell hat eine einzigartige mathematische Regel: die "Supermove"-Limitierung. Du darfst Sequenzen von Karten als Block bewegen — aber die maximale Länge des Blocks ist beschränkt durch verfügbare freie Zellen und leere Spalten. Die Formel lautet: maximale bewegbare Karten = (freie Zellen + 1) × 2^(leere Spalten).

Beispiel: Hast du zwei freie Zellen und eine leere Spalte, kannst du eine Sequenz von (2+1) × 2 = 6 Karten verschieben. Hast du vier freie Zellen und keine leere Spalte, sind es nur (4+1) × 1 = 5 Karten. Hast du keine freien Zellen, aber zwei leere Spalten, sind es (0+1) × 4 = 4 Karten.

Diese Regel modelliert die Tatsache, dass du auch ohne explizite Block-Bewegung Sequenzen durch geschicktes Hin- und Herschieben durch freie Zellen verschieben könntest — die Supermove-Regel ist nur eine Abkürzung dafür.

Wie viele FreeCell-Deals sind lösbar?

Von den ersten eine Million von Microsoft nummerierten FreeCell-Deals ist nur Deal Nummer elftausendneunhundertzweiundachtzig nachweislich unlösbar. Das ergibt eine theoretische Lösbarkeitsrate von über 99,9999 Prozent. Damit ist FreeCell die mathematisch leichteste klassische Solitär-Variante.

Es gibt vermutlich noch andere unlösbare Deals, die bisher nicht entdeckt wurden — aber selbst wenn weitere unlösbare Deals existieren, ist ihre Anzahl verschwindend gering. Praktisch bedeutet das: wenn du ein FreeCell-Deal nicht lösen kannst, liegt es fast immer an deinen eigenen Spielfehlern, nicht an einem mathematisch unlösbaren Deal.

Die FreeCell-Karten

FreeCell wird mit einem Standard-Skatblatt von 52 Karten gespielt — keine Joker. Die 13 Werte sind Ass (niedrig), 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König (hoch). Die vier Farben sind Pik, Herz, Karo, Kreuz. Für die Tableau-Sequenzen zählt nur die Farb-Familie (rot oder schwarz), nicht das spezifische Symbol.

Spielablauf Schritt für Schritt

Schritt 1: Asse identifizieren

Beim Spielstart schaust du dir das Tableau an und identifizierst alle vier Asse. Sie sind die ersten Karten, die du auf die Foundations legen wirst — wenn sie zugänglich sind. Ein Ass am Boden einer Spalte ist oft erst spielbar, wenn alle Karten darüber weggeräumt sind.

Schritt 2: Niedrige Karten zur Foundation bringen

Nach den Assen kommen die Zweier, Dreier und so weiter. Foundations werden aufsteigend pro Farbe aufgebaut: Ass Pik, dann 2 Pik, dann 3 Pik, etc. Im Idealfall bringst du alle vier Asse und alle vier Zweier möglichst früh auf die Foundations — danach öffnet sich das Spiel.

Schritt 3: Sequenzen im Tableau aufbauen

Parallel baust du im Tableau absteigende Sequenzen mit abwechselnden Farben — wie bei Klondike. Die Sequenzen erlauben dir, Karten zu organisieren und Zugang zu wichtigen Karten in der Mitte oder am Anfang der Spalten zu schaffen.

Schritt 4: Freie Zellen strategisch nutzen

Wenn eine Karte direkt nicht spielbar ist, parkst du sie in einer freien Zelle. Vorsicht: jede belegte Zelle reduziert deine Sequenz-Bewegungs-Kapazität. Profis nutzen Zellen sparsam und nur, wenn es einen klaren Plan gibt, die Karte später wieder einzusetzen.

Schritt 5: Leere Spalten erzeugen

Eine leere Tableau-Spalte ist Goldwert. Sie verdoppelt deine Sequenz-Bewegungs-Kapazität und erlaubt dir, beliebige Karten als "Anker" zu platzieren. Versuche frühzeitig, mindestens eine Spalte zu leeren.

Schritt 6: Foundation-Aufbau abschließen

Wenn alle Karten organisiert sind, legst du sie systematisch auf die Foundations. FreeCell hat eine elegante Endgame-Phase: sobald die Tableau-Sequenzen sortiert sind, wandern alle Karten fast automatisch nach oben.

Häufige Regelmissverständnisse

"Ich kann mehrere Karten gleichzeitig in eine freie Zelle legen"

Falsch. Jede freie Zelle nimmt genau eine Karte auf — niemals mehr. Wer mehrere Karten zwischenparken will, braucht mehrere Zellen oder leere Spalten.

"In einer leeren Spalte muss ein König stehen"

Falsch — das ist die Klondike-Regel. Bei FreeCell darf jede Karte in eine leere Spalte. Diese Regel macht FreeCell strategisch ganz anders als Klondike.

"Ich darf Karten von der Foundation zurücknehmen"

Ja, das ist erlaubt. Manchmal nützlich, oft strategisch nicht sinnvoll, aber technisch ohne Weiteres möglich.

"Ich muss jeden möglichen Zug machen"

Nein. Manche Züge sind nicht hilfreich. Profis denken vor jedem Zug nach, ob er einen Vorteil bringt.

Häufige Anfängerfehler

  1. Zu viele freie Zellen belegen — reduziert Sequenz-Mobilität.
  2. Sequenzen ohne Plan aufbauen — endet in Engpässen.
  3. Foundation-Karten zu eilig hochlegen — manchmal werden niedrige Karten im Tableau noch gebraucht.
  4. Leere Spalten verschenken — eine leere Spalte ist immens wertvoll.
  5. Aufgeben bei schwierigen Deals — fast jedes FreeCell-Deal ist lösbar; Geduld zahlt sich aus.

FreeCell Schwierigkeitsstufen

FreeCell hat keine offiziellen Schwierigkeitsstufen — jedes Deal ist anders. Aber typische Schwierigkeits-Indikatoren:

  • Asse tief verdeckt (eigentlich nicht möglich, aber: in tiefen Positionen der Spalten).
  • Viele Karten gleicher Farbe in einer Spalte (schwer zu sortieren).
  • Niedrige Karten am oberen Ende einer Spalte (verdecken höhere Karten).
  • Wenig anfängliche Sequenz-Möglichkeiten.

Microsoft hat die schwersten FreeCell-Deals dokumentiert: Deal 617, 1941, 11982 (unlösbar), und einige andere gelten als besonders schwierig.

FreeCell-Glossar

Freie Zelle (FreeCell)
Eine der vier Puffer-Stellen oben links. Jede nimmt genau eine Karte auf.
Foundation
Einer der vier Zielstapel oben rechts. Ass bis König, pro Farbe.
Tableau
Die acht Hauptspalten in der Mitte.
Supermove
Bewegung einer ganzen Sequenz als Block. Maximale Länge berechnet sich aus freien Zellen und leeren Spalten.
Sequenz
Absteigende Karten mit abwechselnden Farben.
Leere Spalte
Eine vollständig geräumte Tableau-Spalte. Wertvoller Pufferraum.
PLATO
Das Lernsystem, auf dem 1978 die erste FreeCell-Implementierung entstand.

FreeCell im Vergleich zu Klondike

EigenschaftFreeCellKlondike
Sichtbare Karten zu BeginnAlle 5228 von 52
Spalten87
Freie Zellen40
Stock / TalonKeineJa
Leere SpalteJede KarteNur König
Lösbarkeit~99,99 %~82 % (1-Karte)
GlücksanteilMinimalMittel
Strategie-AnteilSehr hochHoch

Wer hat FreeCell erfunden?

FreeCell wurde 1978 von Paul Alfille programmiert. Alfille war damals Medizinstudent an der University of Illinois und beschäftigte sich mit dem PLATO-Computer-Lernsystem. Aus akademischem Interesse entwickelte er ein Solitär-Spiel mit der Eigenschaft, fast immer lösbar zu sein — eine mathematische Eleganz, die er als Programmier-Übung sah.

Das Spiel verbreitete sich über das damals noch kleine PLATO-Netzwerk und blieb jahrelang ein Geheimtipp unter Computer-Hobbyisten. Microsoft lizenzierte FreeCell schließlich 1991 und brachte es 1995 mit Windows 95 als Bonusspiel auf jeden Heimcomputer der Welt. Damit wurde FreeCell zur globalen Solitär-Variante.

FreeCell-Varianten

Es gibt mehrere FreeCell-Varianten:

FreeCell auf dem Smartphone

FreeCell mit 8 Tableau-Spalten passt nicht ideal auf 5-Zoll-Smartphone-Bildschirme. Unsere Mobile-Version skaliert die Karten dynamisch — auf kleinen Bildschirmen sind die Karten kleiner, aber alle 8 Spalten bleiben sichtbar. Tipp: dreh dein Handy ins Querformat, dann hast du deutlich mehr Platz für klares Spielen.

FreeCell als Mathematik-Training

FreeCell ist beliebt unter Mathematikern und Informatikern. Die mathematische Eleganz der fast garantierten Lösbarkeit, die klare Logik ohne Glücksanteil, die berechenbare Supermove-Regel — all das macht FreeCell zu einem Spiel, das wissenschaftliches Denken belohnt. In den 90er Jahren entstanden viele FreeCell-Solver-Algorithmen, die heute noch von Hobbyisten gepflegt werden.

FreeCell-Eröffnung im Detail

Eine gute FreeCell-Eröffnung legt das Fundament der ganzen Partie. Was tust du in den ersten 10 bis 15 Zügen?

Schritt 1: Karten-Analyse

Schau dir alle 52 Karten an. Wo sind die vier Asse? Wo die vier Zweier? Welche Spalten haben passende Sequenz-Möglichkeiten? Eine FreeCell-Eröffnung beginnt mit dieser stillen Analyse-Phase — oft die wichtigsten 30 Sekunden der ganzen Partie.

Schritt 2: Asse befreien

Identifiziere alle Asse und plane, wie du sie auf die Foundations bringst. Ein Ass tief verdeckt ist eine Priorität — alle Karten darüber müssen zuerst weg. Manchmal lohnt es sich, mehrere Züge zu investieren, um ein Ass freizulegen, das später automatisch eine Folge von Zweier, Dreier, etc. ermöglicht.

Schritt 3: Erste Sequenz-Ansätze

Suche zwei oder drei Karten, die eine kurze Sequenz bilden können. Eine schwarze 10, eine rote 9, eine schwarze 8 — perfekt. Diese erste kleine Sequenz wird zum Rückgrat der weiteren Strategie.

Schritt 4: Erste freie Zelle nutzen

Manchmal ist eine Karte im Weg, die in den nächsten Zügen nicht verschiebbar ist. Park sie in einer freien Zelle. Aber: maximal eine Zelle in den ersten 10 Zügen. Mehr ist Verschwendung.

FreeCell-Mittelspiel

Im Mittelspiel (Zug 16 bis 40) baust du das Spiel strategisch aus. Drei Hauptziele:

  • Längere Sequenzen aufbauen. Eine 8-Karten-Sequenz ist wertvoller als zwei 4-Karten-Sequenzen, weil sie als Block bewegbar ist (wenn freie Zellen verfügbar).
  • Erste leere Spalte erzwingen. Eine leere Spalte multipliziert deine Sequenz-Bewegungs-Kapazität.
  • Foundation-Aufbau fortsetzen. Bringe stetig niedrige Karten nach oben, aber mit Bedacht.

FreeCell-Endspiel

Wenn die meisten Karten organisiert sind, kommt das Endspiel. Hier geht es darum, die letzten Karten effizient auf die Foundations zu bringen. Eine elegant gespielte FreeCell-Partie endet mit einer schnellen Folge automatischer Foundation-Züge.

Häufige Endspiel-Fehler: zu eilig Karten hochlegen, ohne die Sequenz-Reihenfolge zu prüfen. Wenn auf der Pik-Foundation die 9 liegt und du eine 10 hochlegen willst, vergewissere dich, dass die Pik-J nicht im Tableau gebraucht wird.

FreeCell-Mathematik

FreeCell hat einige interessante mathematische Eigenschaften:

  • 52! ≈ 8 × 10⁶⁷ mögliche Deal-Konfigurationen.
  • Microsoft nummeriert die ersten 32.000 Deals — diese werden für Wettbewerbe verwendet.
  • Von den ersten 1 Million Microsoft-Deals ist nur Deal #11982 nachweislich unlösbar.
  • Maximale theoretische Lösbarkeit liegt bei ≈ 99,999 % (mehrere weitere unlösbare Deals existieren vermutlich, sind aber selten).
  • Komplexitätsklasse: NP-vollständig (Beweis von Helmert 2003).

FreeCell-Cheats und Tools

Es gibt automatische FreeCell-Solver — etwa "Freecell Solver" (Shlomi Fish, Open Source) oder "Patsolve". Diese Programme lösen jeden lösbaren Deal in Sekunden. Sie sind nützlich für:

  • Test, ob ein vermeintlich unlösbarer Deal tatsächlich unlösbar ist.
  • Lernen optimaler Zugfolgen.
  • Forschung zu FreeCell-Mathematik.

Aber: für den Spielspaß bringt das wenig. FreeCell macht erst dann Freude, wenn du selbst denkst.

FreeCell als E-Sport?

FreeCell ist (noch) kein etablierter E-Sport, aber es gibt Speed-Solving-Communities. Bestzeiten für klassisches FreeCell liegen unter zwei Minuten. Profi-Spielende lösen jedes Deal — selbst die schwierigen — in einer einzigen schnellen Spielsession.

Unsere Online-Version trackt deine Bestzeit lokal. Versuche, deine Zeit über Wochen zu verbessern. Eine Lernkurve unter 8 Minuten ist Anfänger, 4–6 ist solide, unter 3 Minuten ist Profi.

FreeCell-Geschichte

FreeCell entstand 1978, als der Medizinstudent Paul Alfille an der University of Illinois das Spiel für das PLATO-Computer-Lernsystem programmierte. Ziel: eine Solitär-Variante, die fast immer lösbar ist — als algorithmische Übung.

Das Spiel verbreitete sich langsam über das PLATO-Netzwerk und blieb jahrelang ein Geheimtipp. 1991 lizenzierte Microsoft FreeCell für Windows. 1995 erschien es mit Windows 95 als Bonusspiel — und wurde damit zur globalen Solitär-Variante. Paul Alfille erhielt für seine Erfindung keine direkten Tantiemen, ist aber als Schöpfer von FreeCell allgemein anerkannt.

FreeCell-Communities

Es gibt aktive FreeCell-Communities online. Die "FreeCell Project" Internet-Initiative der späten 1990er identifizierte unlösbare Deals systematisch. Reddit-Communities wie r/FreeCell tauschen Strategien aus. Discord-Server widmen sich Speed-Solving und Strategie-Diskussionen.

FreeCell und Bildung

FreeCell wird gelegentlich als pädagogisches Werkzeug eingesetzt. Lehrkräfte verwenden es, um logisches Denken, Planung und Frustrationstoleranz zu trainieren. Die klaren Regeln, die garantierte Lösbarkeit und der konkrete Fortschritt machen FreeCell pädagogisch wertvoll. Manche Mathematik-Lehrer nutzen FreeCell sogar als Einführung in Algorithmen und Problemlösung — die Supermove-Regel ist ein anschauliches Beispiel für rekursive Berechnung.

FreeCell als geistige Hygiene

Viele Spielende nutzen FreeCell als "geistige Hygiene" zwischen anstrengenden Aufgaben. Eine 5-Minuten-Partie nach einer fordernden Meeting-Stunde wirkt wie ein kurzer mentaler Reset. Der Wechsel von komplexer beruflicher Denkarbeit zu klarem, regelbasiertem Strategie-Spiel bringt das Gehirn in einen anderen Modus — erholsamer als pure Pause, weil aktiv aber nicht überfordernd.

FreeCell-Profis und ihre Tricks

FreeCell-Profis haben oft eigene Spielstile entwickelt. Manche bevorzugen schnelle Eröffnungen mit aggressiver Foundation-Füllung. Andere spielen vorsichtiger und bauen erst lange Tableau-Sequenzen auf. Beide Stile können zum Erfolg führen — wichtig ist Konsistenz und Strategie-Disziplin.

Ein typischer Profi-Trick: vor jedem Zug die Frage "Was passiert, wenn ich diesen Zug nicht mache?" — also nicht nur die unmittelbare Konsequenz prüfen, sondern auch die Alternative. Diese vergleichende Betrachtung führt oft zu besseren Entscheidungen.

FreeCell-Wettbewerbsformate

FreeCell ist nicht nur ein Solo-Spiel — es gibt auch Wettbewerbsformate für Freunde oder Online-Communities:

  • Bestzeit-Wettbewerb: alle spielen dasselbe Deal (gleiche Microsoft-Deal-Nummer), Sieger ist, wer am schnellsten löst.
  • Minimum-Züge: alle versuchen, dasselbe Deal mit den wenigsten Zügen zu lösen.
  • Streak-Wettbewerb: wer löst die meisten Deals hintereinander ohne Niederlage?
  • Schwierige Deals: Wettbewerb um die schwierigsten bekannten Microsoft-Deals.

FreeCell-Tipps für Senioren

FreeCell ist besonders gut für ältere Spielende geeignet. Hier einige Anpassungen, die wir empfehlen:

  • Verwende die XL-Karten-Variante für bessere Lesbarkeit.
  • Nimm dir Zeit — FreeCell hat keinen Zeitdruck.
  • Nutze die Hint-Funktion großzügig — sie ist da, um zu unterstützen.
  • Spiele in mehreren kurzen Sessions statt einer langen.
  • Tracke deinen Fortschritt — Bestzeit verbessern motiviert.

FreeCell und kognitive Forschung

Es gibt einzelne Studien zur kognitiven Wirkung von FreeCell und ähnlichen Patience-Spielen. Die Forschungslage ist nicht eindeutig, aber Hinweise legen nahe, dass regelmäßiges Spielen positive Effekte auf Arbeitsgedächtnis und Planungsfähigkeit haben kann. FreeCell ist dabei besonders interessant, weil es reine Strategie und Vorausschau erfordert — keine Glücks-Anteile, die das Lernsignal verwässern würden.

FreeCell-Sub-Varianten im Vergleich

Es gibt mehrere FreeCell-Sub-Varianten mit eigenen Regelnuancen:

  • Klassisches FreeCell: 4 Zellen, 8 Spalten, 1 Deck, alternierende Farben.
  • Baker's Game: wie klassisches FreeCell, aber gleichfarbige Sequenzen. Härter.
  • Eight Off: 8 Zellen statt 4, gleichfarbige Sequenzen. Fast immer lösbar.
  • FreeCell Double: 2 Decks, 104 Karten. Längere Partien.

Wer die Hauptvariante beherrscht, kann zu den Sub-Varianten wechseln — sie bieten Abwechslung ohne komplettes Neulernen.

FreeCell-Tipps für Anfänger zusammengefasst

Wenn du FreeCell neu lernst, hier die wichtigsten Punkte: Asse und Zweier sofort auf die Foundations. Mindestens zwei freie Zellen jederzeit frei halten. Mindestens eine leere Spalte erzwingen. Foundation-Karten nicht zu eilig hochlegen. Sequenzen aufsteigend planen mit 8 oder höher als Anker. Vor jedem Zug fünf Züge vorausdenken. Nach 30 Zügen ohne Fortschritt — undo und neuer Plan. Mit diesen sieben Punkten wirst du FreeCell in wenigen Wochen solide beherrschen und die meisten Deals zuverlässig gewinnen.

Mit diesen sieben Punkten gewinnst du 90 Prozent der FreeCell-Partien. Mehr braucht es nicht für Hobby-Niveau.

Bereit zum Spielen? Probier unser klassisches FreeCell aus — mit Hint-Funktion, Undo und Bestzeit-Speicher.

Häufige Fragen

Wie viele freie Zellen hat FreeCell?

Vier — daher der Name.

Ist FreeCell schwieriger als Klondike?

Mathematisch leichter (>99 % vs. 82 %), aber strategisch anspruchsvoller — jeder Zug zählt.

Welches Deal ist unlösbar?

Microsoft Deal #11982 ist das bekannteste nachweislich unlösbare.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele freie Zellen hat FreeCell?

Vier — daher der Name.

Ist FreeCell schwieriger als Klondike?

Mathematisch leichter (>99 % vs. 82 %), aber strategisch anspruchsvoller — jeder Zug zählt.

Welches Deal ist unlösbar?

Microsoft Deal #11982 ist das bekannteste nachweislich unlösbare.